»Zum andern soltu meditirn«

Die Meditationspraktiken in der Pädagogik August Hermann Franckes

Coverabbildung der Halleschen Forschungen Band 38 Zum andern soltu meditirn
Tanja Täubner

Erscheinungsdatum: 09/2014

Erscheinungsort: Halle

Umfang: X, 198 S.

ISBN: 978-3-447-10123-3

Hallesche Forschungen (38)
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42,00 €

Diese historische Studie möchte anhand der Pädagogik August Hermann Franckes (1663–1727) auf eine aus dem pädagogischen Diskurs verschwundene Praktik verweisen:
Das deutsche Luthertum hat im 17. Jahrhundert eine Blütezeit der erbaulichen Literatur erlebt, mittels derer verschiedene Meditationspraktiken zur christlichen Selbstsorge verbreitet wurden. Rezipiert und propagiert wurde die Meditationsliteratur von kritischen Theologen der lutherischen Kirche. Ihr Ziel war es, den Kirchgängern eine geistliche Praktik zu vermitteln, die ihnen eine lebenswirksame Aneignung der Predigtinhalte ermöglicht.
In der Forschung blieb bislang unterbelichtet, auf welche Weise die Meditationspraktiken des 17. Jahrhunderts das pädagogische Wirken des pietistischen Theologen Francke beeinflusst haben. Vor dem Hintergrund des kirchlichen Diskurses um die Nützlichkeit der Meditation wird deshalb untersucht, wie Francke seine pädagogischen Institutionen an den Meditationspraktiken – und den damit verbundenen asketischen Lebensregeln – orientiert und sie daraus entwickelt hat. Somit erschließt diese Studie seine Pädagogik aus neuer Perspektive als einen quasi-klösterlichen Bedingungsraum, in dem Zöglinge und Lehrer mittels frommer Praktiken an ihrer cultura animi arbeiten sollten.