Zinzendorfs Rhetorik

Eine Untersuchung zur Predigt zwischen Methode und Heiligem Geist

Coverabbildung der Halleschen Forschungen Band 65 Zinzendorfs Rhetorik
David Keller

Erscheinungsdatum: 12/2023

Erscheinungsort: Halle

Umfang: XIV, 388 S.

ISBN: 978-3-447-12097-5

Hallesche Forschungen (65)
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68,00 €

Gibt es eine pietistische Rhetorik? Folgt man den antirhetorischen Selbstaussagen Nikolaus Ludwig von Zinzendorfs (1700–1760), ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Dabei erhielt der spätere Begründer der Herrnhuter Brüdergemeine eine umfangreiche rhetorische Ausbildung und Prägung: Einerseits durch das Königliche Pädagogium in Halle, in der pietistisch ausgerichteten Schulstadt August Hermann Franckes (1663–1727), andererseits über individuelle Studien, etwa des Radikalpietisten Gottfried Arnold (1666–1714). Anhand der vielen überlieferten Reden und Predigten Zinzendorfs lässt sich folglich ein hohes Bewusstsein für Rhetoriktheorie und Methodik rekonstruieren. So zeigt sich auch, dass die vehement antirhetorischen Aussagen Zinzendorfs selbst eine rhetorische Funktion erfüllen.
Die Analyse erfolgt mit Blick auf die Homiletik der lutherischen Orthodoxie und der Aufklärung, um den Paradigmenwandel im Umfeld der pietistischen Predigtlehre nachzuvollziehen. Abschließend werden die Ergebnisse der Studie mit den Diskussionen um Rhetorik in der Homiletik und mit der Debatte um die freie Kanzelrede im 20./21. Jahrhundert konfrontiert.