Zinzendorf als Schüler in Halle 1710–1716
Persönliches Ergehen und Präformation eines Axioms

Erscheinungsdatum: 05/2017
Erscheinungsort: Halle
Umfang: X, 346 S.
ISBN: 978-3-447-10837-9
Hallesche Forschungen (45)
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68,00 €
Anhand ungewohnter Betrachtungsansätze fördert die Untersuchung der Schulzeit des Grafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700–1760) in Halle wichtige Gesichtspunkte zutage:
Der erste Perspektivenwechsel betrifft die Person des Grafen: Während gemeinhin der ›reife‹ und weltweit agierende Graf, der Herrnhut gründete, im Zentrum wissenschaftlicher Betrachtungen steht, richtet sich hier der Blick auf ihn als Kind. In Zinzendorfs Zeit am Pädagogium der Glauchaschen Anstalten (1710–1716), in der er sich als Schüler in einem engmaschigen Netz von Aufsicht und Kontrolle bewegte, finden sich erste Spuren dessen, was später zu den zentralen theologischen und pädagogischen Alleinstellungsmerkmalen der Brüderunität werden sollte.
Die zweite Änderung des Blickwinkels, den die Arbeit leistet, betrifft die schulischen Einrichtungen der Glauchaschen Anstalten: Während diesbezüglich gemeinhin normative Texte befragt werden, rücken hier der Schüler und der Schulalltag in den Vordergrund. Hiermit schließt die Untersuchung an vorherige Arbeiten innerhalb der Reihe der Halleschen Forschungen an, die ebenfalls konkrete Abläufe der Schulpraxis an den Anstalten betrachten. Während Axel Oberschelp die Lehrer und die Lehrerausbildung in Halle (Hallesche Forschungen, 19) und Klaus-Dieter Beims den Unterrichtsstoff (Hallesche Forschungen, 41) beleuchten, steht nun die dritte schulrelevante Komponente – der Schüler – im Fokus der Ermittlungen.
