Wissensspeicher der Reformation
Die Marienbibliothek und die Bibliothek des Waisenhauses in Halle

Erscheinungsdatum: 10/2016
Erscheinungsort: Halle
Umfang: 248 S., 209 Abb.
ISBN: 978-3-447-10672-6
Ausstellungskataloge (34)
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28,00 €
Die in Bibliotheken erhaltenen Wissensbestände und Erinnerungen ermöglichen es, Bilder vergangener Zeiten zu entwerfen. Die 1552 als älteste evangelische Gemeindebibliothek gegründete Marienbibliothek und die Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, deren Anfänge in das Jahr 1698 zurückreichen, sind solche Wissensspeicher – auch und in besonderer Weise in Bezug auf die Reformation. Beide Bibliotheken wurden aus dem gleichen Impuls heraus gegründet: sie sollten Bildung in breite Schichten der Bevölkerung tragen. Dies war ein zentrales Anliegen des Reformators Martin Luther (1483–1546), welches der Waisenhausgründer August Hermann Francke (1663–1727) mit dem Aufbau einer Schulstadt im ausgehenden 17. Jahrhundert aufgriff.
Der Katalog stellt beide Orte reformatorischer Wissensbewahrung vor. In einem ersten Teil wird allgemein nach der Rolle von Bibliotheken und Büchern als Orten bzw. Medien der Glaubenssicherung, Anbindung konfessioneller Identität und Speicherung von Wissen gefragt. Der zweite Abschnitt nimmt dann, parallel zur Ausstellung, speziell die Sammlungen der Marienbibliothek und der Franckeschen Stiftungen in den Blick. Hier haben sich Drucke und Handschriften aus dem Zeitalter der Reformation sowie Zeugnisse der Rezeption und Verehrung Luthers erhalten. Der Weg führt dabei von wichtigen Schriften und reich illustrierten Bibeln der Reformationszeit über die weltweit verbreiteten Publikationen der Druckereien des Waisenhauses bis hin zu Luthers Totenmaske und Melanchthons Schuh als kuriosen Objekten einer sich ständig wandelnden Reformationsmemoria. Mit zahlreichen, vielfach großformatigen Fotografien macht der Katalog dem Leser diese bewahrten Schätze sichtbar und bietet über die Ausstellung hinaus lebendige Einblicke in die Räume beider Bibliotheken.
