»Vergnügen und Erbauung«
Johann Jacob Rambachs Kantatentexte und ihre Vertonungen

Erscheinungsdatum: 06/2014
Erscheinungsort: Halle
Umfang: X, 346 S.
ISBN: 978-3-447-10122-6
Hallesche Forschungen (37)
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Den Ausgangspunkt dieser Studie bildet ein schmales Oktavbändchen des Halleschen Theologen Johann Jacob Rambach (1693–1735) mit dem Titel Geistliche Poesien aus dem Jahre 1720, das Kantatentexte für alle kirchlichen Sonn- und Feiertage enthält. 45 Komponisten lassen sich nachweisen, die Texte dieses Kantatenjahrgangs vertonen, darunter namhafte wie Georg Philipp Telemann (1681–1767), Wilhelm Friedemann Bach (1710–1784) und Georg Anton Benda (1722– 1795).
Die Studie legt dar, dass die Kantatentexte von Rambach in ein Netz von unterschiedlichen Bezügen eingebettet sind und verschiedene Einflüsse aufnehmen, deren Synopse erst den eigentlichen Gehalt der Texte ans Licht bringt. Die Untersuchung verschiedener historischer Wissensdiskurse – nämlich die galante Poetik, die pietistische Affekthermeneutik, die pietistische Homiletik, die frühaufklärerische Erkenntnistheorie und Rhetorik sowie unterschiedliche Musikästhetiken – zeigt, dass sich die in den Diskursen produzierten Ideen, Normen und Kategorien in den Kantatentexten widerspiegeln.
Durch die Rekonstruktion der historischen Kategorien konnte der Autor ein methodisches Set bereitstellen, das nicht nur für das Verständnis von Rambachs Kantatentexten und ihren Vertonungen von Relevanz ist, sondern auf die protestantische Kantate als Gesamtphänomen angewendet werden kann.
