Lehrer, Lehrerbild und Lehrerbildung
Bilder zur Geschichte des Lehrerberufs in Mitteldeutschland

Erscheinungsdatum: 03/2008
Erscheinungsort: Halle
Umfang: 96 S., 54 Abb.
ISBN: 978-3-447-06331-9
Ausstellungskataloge (18)
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10,00 €
Die Geschichte der Lehrerbildung und die Geschichte der Franckeschen Stiftungen sind eng miteinander verbunden. Die schulischen und schulpädagogischen Reformideen des Theologen und Gründers der Stiftungen August Hermann Francke (1663–1727) sollten die Entwicklung der Lehrerbildung nachhaltig prägen. Der Beginn der ersten systematischen Lehrerausbildung in der Region erfolgte mit der Einrichtung des Seminarium Praeceptorum selectum 1707 durch Francke. Nicht nur damals, sondern auch heute haben die Franckeschen Stiftungen keinen geringen Anteil an der Ausbildung von Lehrenden in Sachsen-Anhalt, sind auf ihrem Gelände doch das Staatliche Seminar für Lehrämter sowie die Institute für Pädagogik, Rehabilitationspädagogik, Schulpädagogik und Grundschuldidaktik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angesiedelt, an denen der Großteil der Lehramtsstudierenden des Bundeslandes seinen Beruf erlernt.
Die Frage nach der Rolle der Franckeschen Stiftungen und des Landes Sachsen-Anhalt in der Geschichte der Lehrerbildung war der Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit dem Berufsstand der Lehrenden und der sich wandelnden gesellschaftlichen Wahrnehmung von Lehrpersonen im Laufe der Jahrhunderte im Rahmen einer Ausstellung der Franckeschen Stiftungen 2007. Anhand einer Reihe von typisierenden ›Lehrerbildern‹ wurde die Entwicklung des Berufs und der Berufsausbildung von Lehrenden seit der Frühen Neuzeit auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt aufgezeigt. Da die Bildungsvermittlung durch Lehrerinnen und Lehrer bis und vor allem heute eine unverzichtbare Aufgabe mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz ist, verblieb der Blick hierbei nicht auf die Vergangenheit gerichtet, sondern wandte sich auch der Gegenwart und Zukunft des Berufsbildes zu.
Der Begleitkatalog erlaubt die Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld über die Ausstellung hinaus und stellt Beiträge zum Wandel der Lehrerbildung und der Wahrnehmung in der Gesellschaft in den verschiedenen Epochen seit der Reformation zusammen.
Aus dem Inhalt:
Jan-Hendrik Olbertz: Geleitwort
Hartmut Wenzel: Einführung: Lehrer, Lehrerbild und Lehrerbildung – Bilder zur Geschichte des Lehrerberufs in Mitteldeutschland
Herbert Egerland: Der Lehrer als Humanist und Didaktiker
Dietlinde Rumpf: Exkurs: Schulmusik und Lehrerbildung
Axel Oberschelp: Der pietistische Lehrer
Hartmut Wenzel: Aufklärer und Menschenfreund: Der philanthropische Lehrer
Berthold Ebert: Vom Schul-»Meister« zum Schullehrer – der Volksschullehrer im 19. Jahrhundert
Claus Veltmann: Neuhumanismus – Realismus – Nationalismus. Die Lehrerschaft an höheren Schulen zwischen 1800 und 1918
Hartmut Wenzel: Der »Reformpädagoge« – zur Lehrerbildung in der Weimarer Republik
Jan Metzner und Axel Oberschelp: Der Lehrer im Nationalsozialismus
Berthold Ebert und Herbert Egerland: Vom Neulehrer zum sozialistischen Lehrer – Lehrerbildung in der DDR
Hartmut Wenzel: Der gegenwärtige und der zukünftige Lehrer – Lehrerbildung in der Diskussion
