Johann Adam Steinmetz und Kloster Berge
Zwei Institutionen im 18. Jahrhundert

Erscheinungsdatum: 03/2021
Erscheinungsort: Halle
Umfang: XV, 272 S., 15 Abb., 8 Tabellen
ISBN: 978-3-447-11586-5
Hallesche Forschungen (60)
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54,00 €
Mit der Amtszeit von Abt Johann Adam Steinmetz (1689–1762) wird ein zentrales Kapitel aus 250 Jahren lutherischer Schulgeschichte am Pädagogium von Kloster Berge rekonstruiert. Die Jahre von 1732 bis 1760 waren gekennzeichnet von Pietismus und Aufklärung mit ihren jeweils globalen Reformansprüchen, die von der jüngeren Forschung als in sich diversifiziert und füreinander durchlässig beschrieben werden. Vor allem in pädagogischer Theoriebildung und erzieherischer Praxis werden Schnittmengen auffällig. Trotz unterschiedlicher anthropologischer Grundlagen interessierten hier wie dort Konzepte der Vervollkommnung, der Autonomisierung und der eigenverantwortlichen Lebensgestaltung bei zunehmend offenerer Zukunft. Die Fragen, wie und wozu der Mensch erzogen werden soll, berühren das Verhältnis von natürlich Gegebenem zu kultureller Normierung, das von Pietismus und Aufklärung jeweils selbst und miteinander stets neu auszuhandeln war. Diese spannungsvollen Justierungsprozesse zwischen Selbstbild und Fremdwahrnehmung prägten die institutionelle Identität von Kloster Berge zur Zeit von Steinmetz.
Die Beiträge verbinden quellenkritisch-archivalische, kirchenpolitische, theologische und frömmigkeitspraktische sowie erziehungsgeschichtliche Perspektiven mit übergreifenden Studien zur Pädagogik- und Schulgeschichte des 18. Jahrhunderts. Die Frage nach der erschließenden Kraft historiographischer Kategorien wird mitverhandelt.
