Heilen an Leib und Seele

Medizin und Hygiene im 18. Jahrhundert

Coverabbildung des Ausstellungskataloges Bd. 38 Heilen an Leib und Seele
Hg. im Auftrag d. Franckeschen Stiftungen v. Holger Zaunstöck, Thomas Grunewald

Erscheinungsdatum: 05/2021

Erscheinungsort: Halle

Umfang: 328 S., 213 Abb., 6 Diagramme

ISBN: 978-3-447-11587-2

Ausstellungskataloge (38)
Alle Titel dieser Reihe

28,00 €

Die Einheit von Körper und Seele sowie eine christliche Lebensführung – und damit das Gemüt – waren die zentralen Koordinaten in der Medizin der Pietisten des 18. Jahrhunderts. Der Körper galt als Werkzeug Gottes in der Welt. Deshalb war es eine fundamentale Pflicht, sich gesund zu halten. Wurde ein Mensch krank, war dies zuvörderst als göttlicher Fingerzeig zu verstehen, dass es mit dem Frommsein defizitär bestellt war. Die Pietisten entwickelten eine Medizinlehre, die zunächst auf Prävention (Diätetik) sowie im Krankheitsfall auf körperliche als auch seelische Therapien setzte. Im traditionellen Medizinverständnis war ein gesunder Körper das Ergebnis eines Gleichgewichts der vier Säfte (Humorallehre), welche wiederum durch ein maßvolles Leben erreicht werden konnte. Dieses Konzept erweiterten die pietistischen Ärzte um den zentralen Aspekt der Frömmigkeit: Ein maßvolles Leben bestand nun nicht allein in der Vermeidung von Extremen – körperlich, affektiv, emotional –, sondern vor allem in einer christlichen Lebensführung. Dafür wurde in den Stiftungen in Halle eine medizinische Gesamttopographie realisiert mit einem der frühesten Krankenhausbauten für Kinder und Jugendliche überhaupt. Der Katalog dokumentiert die erste große Ausstellung zur Medizin im (Halleschen) Pietismus und ordnet diese durch zahlreiche Forschungsbeiträge umfassend ein.