»Der Herr wird seine Herrlichkeit an uns offenbahren«
Liebe, Ehe und Sexualität im Pietismus

Erscheinungsdatum: 12/2011
Erscheinungsort: Halle
Umfang: VIII, 304 S., 12 Abb.
ISBN: 978-3-447-06477-4
Hallesche Forschungen (30)
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Der Pietismus, die bedeutendste nachreformatorische Erneuerungsbewegung im kontinentaleuropäischen Protestantismus, hat fundamentale Veränderungen in den sozialen und kirchlichen Vergemeinschaftungsformen mit sich gebracht. Das gilt in besonderer Weise für das Verständnis von Liebe, Sexualität und Ehe. Insbesondere im radikalen Pietismus wurde die Ehe als Grundform menschlicher Sozialität fraglich. Dies konnte bis zur völligen Ablehnung von Sexualität und Ehe (Gottfried Arnold, 1666–1714) oder umgekehrt zu ihrer religiösen Heiligung (Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, 1700–1760) führen. Diese Veränderungen, die in moderater Form auch im kirchlichen Pietismus greifbar sind, gehen wesentlich auf den Einfluss von Strömungen zurück, die von der reformatorischen Theologie ausgegrenzt waren, insbesondere die Theosophie Jakob Böhmes (1575–1624) und seiner Schüler. Die vorliegenden Beiträge einer Tagung in Halle an der Saale versammeln wichtige Positionen zur Ehe im Pietismus und ihrer Vorgeschichte (u.a. Waldenser, lutherische Orthodoxie, Böhme, Johann Georg Gichtel (1638–1710), August Hermann Francke (1663–1727), Zinzendorf) und verknüpfen sie mit der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen und Forschungsansätze (u.a. Kirchen- und Theologiegeschichte, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte, Sozialgeschichte und Genderforschung).
