Choral, Cantor, Cantus firmus
Die Bedeutung des lutherischen Kirchenliedes für die Schul- und Sozialgeschichte

Erscheinungsdatum: 09/2015
Erscheinungsort: Halle
Umfang: VIII, 184 S.
ISBN: 978-3-447-10387-9
Hallesche Forschungen (42)
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Kirchenlied und Kirchenmusik waren entscheidende Medien zur Verbreitung theologischer Inhalte der lutherischen Reformation. Maßgebliche Trägerin des musikalischen und liturgischen Lebens sowie Ort religiöser Bildung war die Schule, die in enger Verbindung zur Kirche konzipiert war. Der Lutherische Choral als poetisch-musikalisches Kunstwerk stellt sich vor diesem Hintergrund als kulturelles Phänomen mit musikpädagogischer und sozialhistorischer Relevanz dar, das weite Kreise der schulisch gebildeten Gesellschaft vom 16. bis ins 18. Jahrhundert hinein prägte und als Bindeglied zwischen Kirche und Schule fungierte.
Die Beiträge dieses Bandes erforschen in interdisziplinärer kulturwissenschaftlicher Perspektive die Bedeutung des lutherischen Kirchenliedes als Vermittlungsinstanz zwischen Kirche und Schule. Dabei richtet sich der Blick insbesondere auf die Verbindungen zwischen der Schul- und Sozialgeschichte sowie der Musik- und Kulturgeschichte. Untersucht werden Schulstruktur, Bildungskanon, Zusammensetzung der Schülerschaft mit ihren im Tagesablauf enthaltenen musikalischen Aufgaben, das Repertoire von Kantoreien und Kurrenden sowie Ausbildung und Berufsstand der Kantoren als Lehrer und Organisatoren kirchlicher Musik wie auch die Aufgaben der Organisten. Darüber hinaus wird die Perspektive auch in das 19. und 20. Jahrhundert hinein punktuell geöffnet, um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Lutherischen Chorals in Oper und Konzertmusik zu beleuchten.
