Bürgerliche Geselligkeit und Bildung um 1800

August Hermann und Agnes Wilhelmine Niemeyer in Halle

Coverabbildung der Halleschen Forschungen Band 63 Bürgerliche Geselligkeit und Bildung um 1800
Jessika Piechocki

Erscheinungsdatum: 07/2022

Erscheinungsort: Halle

Umfang: IX, 438 S., 6 Abb., 1 Diagramm

ISBN: 978-3-447-11872-9

Hallesche Forschungen (63)
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68,00 €

Geselligkeit und Bildung – diese bürgerlichen Ideale verkörpern zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Pädagoge, Schriftsteller und Erziehungstheoretiker August Hermann Niemeyer (1754–1828) und seine Frau Agnes Wilhelmine, geb. Köpken (1769–1847) mit ihren über viele Jahre veranstalteten häuslichen Geselligkeiten.
Die vorliegende Arbeit untersucht zum einen deren persönliche Dispositionen, die das Gelingen solcher Geselligkeiten ermöglichten, und stellt exemplarisch die Biographien eines Ehepaars aus dem Zentrum des bürgerlichen Lebens in Halle vor. Andererseits fragt sie unter der Prämisse von Bildung als »geselliger Bildung« am Beispiel der Niemeyers mikrohistorisch, praxeologisch und genderhistorisch, wie gesellige Bildung gedacht, und mehr noch, wie sie realisiert wurde. Damit nimmt die Arbeit eine Sonderform bürgerlicher Geselligkeit in den Blick, die von Männern und Frauen gemeinsam gestaltet wurde. Das Haus der Niemeyers wird im Gegensatz zur zeitgenössischen Idee der ›Polarisierung der Geschlechtscharaktere‹ als eine dritte bzw. halböffentliche Sphäre gesehen, in der sich für die Frau des Hauses und die weiblichen Gäste neue Handlungsmöglichkeiten etablieren konnten, die im zeitgenössischem Geschlechterentwurf so nicht vorgesehen waren.