Antike Texte an christlichen Schulen

Die römischen Autoren im Lateinunterricht des Halleschen Pietismus

Coverabbildung der Halleschen Forschungen Band 41 Antike Texte an christlichen Schulen
Klaus-Dieter Beims

Erscheinungsdatum: 03/2015

Erscheinungsort: Halle

Umfang: XII, 482 S.

ISBN: 978-3-447-10386-2

Hallesche Forschungen (41)
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62,00 €

Die Arbeit untersucht die konkreten Unterrichtsabläufe im Lateinunterricht am Paedagogium Regium als vornehmster Schule der Franckeschen Stiftungen in Halle im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts. Sie liefert damit einen Einblick in die Unterrichtswirklichkeit im Fach Latein als dem Kernfach der humanistischen Schulbildung. Anhand der Betrachtung der im Unterricht für die Autorenlektüre verwendeten Textausgaben und deren Kommentierung sowie dem Vergleich von Erst- und Folgeauflagen liefert die Arbeit interessante Aufschlüsse über die Verschiebungen im Wissensstand der Schüler und über die allgemein abnehmenden Lateinkenntnisse in dieser Zeit.
Darüber hinaus werden die von pietistischen Pädagogen herausgegebenen Textsammlungen römischer Autoren daraufhin befragt, inwieweit sie angesichts der prinzipiellen moralischen und religiösen Bedenken der Pietisten gegen Teile der antiken Literatur inhaltlich verändert und damit im pietistischen Kontext nutzbar gemacht wurden.
Abschließend beschäftigt sich der Autor vergleichend mit dem frühen Neuhumanismus. Anhand der schulpädagogischen Schriften Johann Matthias Gesners (1691–1761) werden die Unterschiede zwischen Pietismus und Neuhumanismus hinsichtlich der didaktischen Begründung und Zielsetzung sowie der praktischen Durchführung des Lateinunterrichts herausgearbeitet.