Vorstellung mancherley fremder und seltener Thiere

Coverabbildung des Bildbandes Vorstellung mancherley fremder und seltener Thiere
Johann Daniel Meyer, ausgewählt und mit einer Einleitung v. Brigitte Klosterberg

Erscheinungsdatum: 11/2005

Erscheinungsort: Halle

Umfang: 96 S., 42 farbige Abb.

ISBN: 978-3-447-06985-4

Bildbände
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24,00 €

Der Nürnberger Miniaturmaler Johann Daniel Meyer (1713– 1757) veröffentlichte von 1748 bis 1756 sein dreibändiges Werk Angenehmer und nützlicher Zeit=Vertreib mit Betrachtung curioser Vorstellungen allerhand kriechender, fliegender und schwimmender Thiere [...] als auch [...] ihrer Scelete oder Bein=Cörper, das mit 240 kolorierten Kupferstichen illustriert ist und auch in der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen vorhanden ist. Das hier vorgestellte Buch eignet sich in besonderer Weise dazu, den heutigen Betrachter in die Denkungsart des 18. Jahrhunderts einzuführen und ihm nicht nur einen angenehmen Zeitvertreib zu bescheren. 

Entstanden im Zeitalter der beginnenden Aufklärung stellt dieser Bildband noch ganz selbstverständlich die Verbindung zwischen barocker Opulenz und frühmoderner Wissenschaftlichkeit her und zählte zu den bedeutendsten osteologischen Tierbüchern seiner Zeit. Wie selbstverständlich erhob Meyer den Anspruch, die Tiere »nach der Natur« abzubilden, und folgte darin den bebilderten Tierbüchern des 17. und 18. Jahrhunderts. Jedoch fehlten Meyer gerade bei Tieren aus weit entfernt liegenden Regionen oftmals Präparate, so dass er, wie allgemein zu jener Zeit üblich, auf Reiseberichte von Entdeckungsreisenden angewiesen war, wenn er nicht auf Anschauungsmaterial in den Naturalienkammern zurückgreifen konnte. So konnte es nicht bei allen Darstellung zu einer getreuen Abbildung nach der Natur kommen, wie auch Bernhard Christian Otto (1745–1835), Professor für Naturgeschichte in Greifswald bei allem Lob für die Qualität der Abbildungen von Meyer 1788 bemängelte. 

Der hier vorgestellte Bildband bietet ein Teilfaksimile von Meyers Werk. Anhand von 32 Illustrationen kann der Leser, die Leserin selbst dieser spannenden Zeit nachspüren und so auch ein Gespür für den Wissensstand und die Kunstfertigkeit jener Zeit entwickeln.