Halles Netzwerk im Siebenjährigen Krieg

Kriegserfahrungen und Kriegsdeutungen in einer globalen Kommunikationsgemeinschaft

Coverabbildung der Halleschen Forschungen Band 59 Halles Netzwerk im Siebenjährigen Krieg
Michaela Schmölz-Häberlein, Mark Häberlein

Erscheinungsdatum: 12/2020

Erscheinungsort: Halle

Umfang: VI, 357 S., 10 Abb.

ISBN: 978-3-447-11481-3

Hallesche Forschungen (59)
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69,00 €

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts hatten Gotthilf August Francke (1696–1769) und seine Mitarbeiter an den Glauchaschen Anstalten zu Halle das durch August Hermann Francke (1663–1727) Ende des 17. Jahrhunderts begründete Kommunikationsnetz weiter ausgebaut und verstärkt. Dieses weltumspannende Netzwerk reichte von Nordamerika über London und Kopenhagen bis nach Indien. Welchen Herausforderungen dieses Netzwerk in dem auch als Weltkrieg des 18. Jahrhunderts bezeichneten Siebenjährigen Krieg (1756–1763) ausgesetzt war und wie diese gemeistert wurden, wird hier erstmals eingehend untersucht. 

Hallesche Pietisten betrachteten diesen Konflikt der europäischen Großmächte als massive Bedrohung ihres eigenen Werks, sie nahmen ihn aber auch als Manifestation göttlichen Eingreifens in das Zeitgeschehen wahr. Francke sowie die Männer und Frauen, mit denen er korrespondierte, waren davon überzeugt, dass die Zukunft der evangelischen Kirche im Reich und das Schicksal der lutherischen Mission in Übersee vom Erfolg Preußens und Großbritanniens gegen ihre Kriegsgegner abhingen. Wie sich diese spezifische Deutung des Krieges entwickelte, stellen Michaela Schmölz-Häberlein und Mark Häberlein anhand von Dokumenten aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen detailliert dar.