Gender im Pietismus
Netzwerke und Geschlechterkonstruktionen

Erscheinungsdatum: 03/2015
Erscheinungsort: Halle
Umfang: VIII, 294 S., 1 Abb.
ISBN: 978-3-447-10385-5
Hallesche Forschungen (40)
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48,00 €
Mit der Frage nach den Verflechtungszusammenhängen von Geschlechterkonstruktionen und Netzwerkbildung sowie -handeln wird ein neues Forschungsfeld für eine genderorientierte Pietismusforschung erschlossen. Der Prägung pietistischer Gender-Identitäten und -Rollen durch soziale und mediale Netzwerke und vice versa der genderabhängigen Formung der Strukturen und Inhalte dieser Netzwerke wird anhand von fünf Themengebieten nachgegangen: Transgression und Neudefinition von Geschlechterrollen in Netzwerken; religiös-kultureller Transfer und Netzwerkbildung; Geschlecht, Adel und Netzwerk; Geschlechterpraktiken sowie Textproduktion und -rezeption im Netzwerk.
Dabei wird ersichtlich, dass die historisch-systematische Analyse der intersektionellen Wirkmechanismen im Hinblick auf Frömmigkeitskonzeptionen und Handlungsräume nicht nur zu einer deutlicheren Konturierung von Frauen als Akteurinnen des Pietismus führt, sondern dass diese Analyse auch neue Einblicke in die performative Herstellung von Pietismus als Praxis und Selbstdeutungsentwurf gewährt. Der historische Untersuchungsschwerpunkt liegt auf der enthusiastischen Formierungs- und der kirchlich-strukturellen Konsolidierungsphase des Pietismus gegen Ende des 17. und im 18. Jahrhundert.
