Eine Autobiographie

Erscheinungsdatum: 07.2025
Erscheinungsort: Halle
Umfang: XXVIII, 257 S.
ISBN: 978-3-447-11082-2
Hallesche Quellenpublikationen und Repertorien (16)
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68,00 €
Justus Samuel Scharschmid (1664–1724) knüpfte bereits während seines Studiums Kontakte zu bedeutenden Vertretern der pietistischen Bewegung, so unter anderem zu Philipp Jakob Spener (1635–1705), Paul Anton (1661–1730), Joachim Justus Breithaupt (1658–1732) und August Hermann Francke (1663–1727). Zeitlebens verstand er sich als Teil dieser Bewegung.
Die hier edierte Autobiographie, die auch zahlreiche Briefkopien enthält, ermöglicht tiefe Einblicke in die anfängliche Formierung des Halleschen Pietismus sowie in die Denkweise und in die organisatorischen Strukturen der Bewegung. Scharschmid war der erste Emissär des Halleschen Waisenhauses in Osteuropa und Russland. Bei längeren Aufenthalten im Baltikum und dann vor allem in Russland betrieb er die systematische Ausbreitung des pietistischen Netzwerks und lernte die Kontroversen kennen, die der Pietismus allerorten entfachte. Durch seine Reisen, die Scharschmid bis Archangelsk am Nordmeer und bis nach Astrachan sowie Terek am Kaspischen Meer führten, sind nicht nur aufschlussreiche Informationen zur frühneuzeitlichen Praxis des Reisens und der Kommunikation in dieser damals wenig erschlossenen Weltgegend überliefert, sondern auch ethnographische Beschreibungen der Völker nordwestlich des Kaspischen Meeres, die zu den frühesten ihrer Art gehören. So macht diese Edition einen einzigartigen Quellenschatz für zahlreiche Disziplinen der Frühneuzeitforschung nutzbar.
