Die Erforschung Sibiriens im 18. Jahrhundert
Beiträge der Deutsch-Russischen Begegnungen in den Franckeschen Stiftungen

Erscheinungsdatum: 08.2012
Erscheinungsort: Halle
Umfang: XI, 179 S.
ISBN: 978-3-939922-28-5
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Nach der Inbesitznahme von Sibirien im 17. Jahrhundert durch das Russische Reich schloss sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, initiiert von Peter dem Großen (1672–1725), eine Periode der Erforschung der neuerworbenen Gebiete an. An den Reisen und Expeditionen waren Wissenschaftler der Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg, Marineangehörige und zahlreiche Hilfskräfte beteiligt. Ziele waren die naturhistorische Erforschung Sibiriens und die Suche nach nutzbaren Naturressourcen, die Beschreibung der dort lebenden Völker, die Kartierung der nördlichen und östlichen Grenzen des Reichs sowie die Erkundung von Seewegen nach Amerika und Japan. Der vorliegende Band gibt eine Auswahl von Vorträgen wieder, die in den Jahren von 2006 bis 2010 während der »Deutsch-Russischen Begegnungen« in Halle gehalten wurden. Sie beleuchten verschiedene Aspekte des genannten Großprojekts aus unterschiedlichen Perspektiven und verknüpfen historische mit ethnologischen und philosophischen Forschungsansätzen. Sie geben damit auch einen Einblick in die wissenschaftshistorischen Kontakte zwischen Russland und Westeuropa am Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Tagungsband wird durch ein Personen- eine geographisches sowie ein Sachregister erschlossen.
Aus dem Inhalt
Jozien J. Driessen van het Reve: Niederländische Philosophen und ihre Ideen als Grundlage der Reformen Zar Peters des Großen
Aleksandr Pavlovič Jarkov: Religiöse Aspekte im Leben von Europäern in Sibirien zu Zeiten Stellers
Ėduard Izraelovič Kolčinskij: Forschungsreisende im 18. Jahrhundert als Erforscher der Sprachen der Volker Sibiriens und des Urals
Wieland Hintzsche: Ein Manuskript von Georg Wilhelm Steller über die Jukagiren
Han F. Vermeulen: Linguistik und Völkerkunde im 18. Jahrhundert – die historische Linguistik von Leibniz als Voraussetzung für die Entstehung der Völkerkunde
Irina Vladimirovna Tunkina: Nicht realisierte Vorhaben von Georgij Vladimirovič Vernadskij aus den Jahren 1915 bis 1917 zur Geschichte Rußlands im 18. Jahrhundert
Natal’ja Pavlovna Kopaneva: Die Rekonstruktion der Sammlungen der Kunstkamera in Sankt Petersburg am Beispiel der archäologischen Sammlungen von Daniel Gottlieb Messerschmidt
Peter Ulf Møller: Der Geometriestreit in Jakutsk im Jahr 1734 – eine Fehde über ein Buch während der 2. Kamčatkaexpedition
Vladimir Semenovič Sobolev: Der Bericht von Sven Waxell vom 15. November 1742 an das Reichsadmiralitätskollegium als Quelle zur Geschichte der 2. Kamčatkaexpedition
Peter Hoffmann: Die Schrift von Gerhard Friedrich Müller »Schreiben eines russischen Offiziers von der Flotte« als frühe offiziöse Mitteilung über die Ergebnisse der Großen Nordischen Expedition
Dmitrij Anatol’evič Funk: Die Tjul’bery und ihre Schamanentrommel – Zur Rolle schriftlicher Quellen aus dem 18. Jahrhundert bei ethnographischen Forschungen
Sayana Namsaraeva: Die Rolle der mongolischen Sprache in interkulturellen Kontakten zwischen Rußland und China (im Verlauf des 18. Jahrhunderts)
