Das Hallesche Waisenhaus
Die Franckeschen Stiftungen mit ihren Sehenswürdigkeiten

Erscheinungsdatum: 01/2016
Erscheinungsort: Halle
Umfang: 144 S., 128 Abb., 1 Lageplan
ISBN: 978-3-447-10257-5
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17,00 €
3., überarbeitete und erweiterte Auflage
Besichtigt man heute die Franckeschen Stiftungen in Halle, so taucht man ein in ein historisches Ensemble weltweit einzigartiger sozialer und pädagogischer Architektur frühmodernen Ursprungs. Der Theologe und Pädagoge August Hermann Francke (1663–1727) begann das außergewöhnliche Projekt seiner aufsehenerregenden Schulstadt im Jahr 1698 mit der Grundsteinlegung für den Bau eines Waisenhauses, das zum Herzstück der gesamten Anlage – den später nach ihm benannten Franckeschen Stiftungen – werden sollte.
Dieses schon seit seiner Errichtung multifunktional genutzte Hauptgebäude ist noch immer der Dreh- und Angelpunkt der Franckeschen Stiftungen. Unter seinem Dach vereint es das Kinderkreativzentrum Krokoseum, zwei Museumskabinette mit den klingenden Bezeichnungen: Weltveränderungen durch Menschenveränderung. Die Geschichte der Franckeschen Stiftungen und Kraft des Wortes. Die kulturgeschichtlichen Wirkungen des Pietismus sowie eine Konferenzetage und weitere Ausstellungsflächen. Bevor sich dem Besucher auf dem Altan ein Rundblick über das gesamte Stiftungsgelände eröffnet, kann er im Dachgeschoss die Kunst- und Naturalienkammer entdecken. Sie ist die einzige vollständig erhaltene Wunderkammer bürgerlichen Ursprungs mit dem barocken Mobiliar am originalen Standort und da sie bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts regelmäßig für Besucher öffnete, ist sie heute eines der ältesten öffentlich zugänglichen Museen Deutschlands.
Aber nicht nur das Hauptgebäude bietet Sehenswertes. Auch die beeindruckende Kulissenbibliothek mit ihren barocken Bücherregalen, die wie Theaterkulissen in den Raum hereinragen, kann im ältesten freistehenden Bibliotheksgebäude Deutschlands besichtigt werden. Zu einem Besuch der Franckeschen Stiftungen gehören auch der Rundgang durch das Wohnhaus August Hermann Franckes und die in den vergangenen Jahren aufwendig sanierten Schul- und Funktionsgebäude der historischen Schulstadt, in denen heute wieder wissenschaftliche, pädagogische und kulturelle Einrichtungen arbeiten.
Der vorliegende, reich bebilderte Katalog richtet sich an alle Interessentinnen und Interessenten der Franckeschen Stiftungen und eignet sich besonders als vertiefende Lektüre vor oder nach einem Besuch der historischen Schulstadt. In acht Kapiteln lädt die Publikation ein, bei einem »Lesebesuch« die Geschichte der Franckeschen Stiftungen und ihre facettenreiche Arbeit in der Gegenwart kennenzulernen.
Siehe auch die englischsprachige Ausgabe »The Halle Orphanage. The Francke Foundations: History and Sights«.
