ABC-Büchlein und Bilderbibeln
Kinder- und Jugendliteratur in Franckens Stiftungen

Erscheinungsdatum: 2000
Erscheinungsort: Halle
Umfang: 47 S.
Kleine Schriften (1)
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2,50 €
Bereits vor der Grundsteinlegung für das erste und heute bekannteste Gebäude der Franckeschen Stiftungen – das Hallesche Waisenhaus – wurden dem Gründer August Hermann Francke (1663–1727) neben vielen Geldspenden acht Bücher für eine anzulegende Bibliothek überlassen. Die Geschichte der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen, deren Bestände zu großen Teilen aus Nachlässen, Spenden und Schenkungen bestehen, reicht also bis zu den Anfängen der Stiftung selbst zurück. In dieser Anfangszeit beschäftigten den Theologen Francke vor allem die Fürsorge und Beschulung armer und Waisenkinder. Diesen Kindern standen als Lektüreerlebnis in der Frühen Neuzeit lediglich die Bibel und das Schulbuch offen – Literaturformen, die sich noch heute in der mit der Gründung des Waisenhauses angelegten Bibliothek finden lassen. Im 18. Jahrhundert erfolgte erst allmählich eine Zunahme und Differenzierung der Literatur für Heranwachsende und die Trennung von Schul- und Kinderbuch deutete sich an.
Der Begleitband zur ersten Kabinettausstellung der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen in einem kleinen, ehemaligen Lesezimmer zeichnet diese Entwicklung von Bibeln und Fibeln für Kinder hin zur Herausbildung der Kinder- und Jugendliteratur als eigenständiger Form gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts anhand ausgewählter Beispiele aus den Beständen der Bibliothek nach.
