Das Archiv der Franckeschen Stiftungen besteht seit über 300 Jahren. Es wurde Ende des 17. Jahrhunderts von August Hermann Francke eingerichtet. Die Bestände dokumentieren den Aufstieg, die weltweite Wirkung und die Veränderungen des Halleschen Pietismus.
Geschichte Archiv

Ein Großteil stammt aus seiner Blütezeit im frühen 18. Jahrhundert. Dazu kommen zahlreiche Handschriften, Dokumente und Materialien aus der Geschichte der Stiftungen.Ursprünglich führten die einzelnen Einrichtungen – wie Schulen, Missionsanstalt oder Verwaltung – eigene Archive. Viele wertvolle Manuskripte wurden in der Handschriftensammlung der Bibliothek aufbewahrt. Nachlässe und Schenkungen ergänzten die Bestände im Lauf der Zeit.
Bis ins 20. Jahrhundert wurde das Archiv nebenamtlich betreut und war nicht öffentlich zugänglich. Der Privatsekretär Gotthilf August Franckes, Sebastian Andreas Fabricius, ordnete in 50-jähriger Arbeit große Teile der Dokumente, vor allem aus dem Missionsarchiv. Im 19. Jahrhundert verlor das Archiv über 11.000 Handschriften durch Diebstahl. Die Königliche Bibliothek in Berlin bewahrte diesen Bestand später als „Francke-Nachlass“ und machte ihn der Forschung zugänglich.
Nach der Auflösung der Stiftungen 1946 wurde das Archiv als zentrale Einrichtung neu gegründet. Die Bestände wurden an einem Ort zusammengeführt und systematisch erschlossen. Seit 1955 leitete Dr. Jürgen Storz das Archiv. Trotz schwieriger Bedingungen gelang es ihm, den Bestand zu sichern, Findmittel zu erstellen und eine wissenschaftliche Nutzung zu ermöglichen.
Mit der Wiederbelebung der Stiftungen im Jahr 1992 wurde das Archiv neu organisiert. Es zog zunächst in Haus 30 und später – nach der Sanierung – in die historischen Räume der Cansteinschen Bibelanstalt. Die Archivarbeit wurde technisch modernisiert und die Erschließung fortgesetzt. Auch der wissenschaftliche Austausch wurde wieder intensiv gepflegt.
Seit 2003 ist das Archiv Teil des Studienzentrums August Hermann Francke. Im Jahr 2021 erhielten die historischen Archivbestände einen modernen Standort im ehemaligen Druckereigebäude.
