Vorrede. Von den rechten Gräntzen der »Philosophiae naturalis«. 1719

Release date: 09.2021
Place of publication: Halle
Total pages: 36 p.
ISBN: 978-3-939922-69-8
Kleine Texte (Heft 20)
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Johann Daniel Herrnschmidt (1675–1723) immatrikulierte sich im Oktober 1698 an der Universität Halle, nachdem er bereits an der Universität Altdorf drei Jahre zuvor ein Philosophie- und Theologiestudium begonnen hatte. Noch im gleichen Jahr wurde er Informator am Pädagogium der Glauchaschen Anstalten. Diesen blieb er verbunden, obwohl er zwischen 1702 und 1716 erst in Bopfingen, dann Idstein als Adjunkt des Pfarrers und ab 1712 schließlich als Superintendent, Kirchenrat und Hofprediger tätig war. 1716 kehrte Herrnschmidt nach Halle zurück, er wurde Subdirektor des Waisenhauses und Professor an der Theologischen Fakultät der Universität Halle. Im Jahr 1718 kam die Tätigkeit als Rektor der Lateinischen Schule der Glauchaschen Anstalten hinzu.
Herrnschmidt war es ein Anliegen, neben der konkreten Wissensvermittlung an die Schüler nicht die Unermesslichkeit Gottes und seiner Schöpfung aus dem Auge zu verlieren. Deshalb stellte er dem naturkundlichen Lehrbuch seines Kollegen Johann Georg Hoffmann (1672–1730), Ober-Inspektor der Deutschen Schule in den Anstalten, diese fast 70-seitige »Vorrede« voran, die sich an die Lehrer richtet, um sie vor »Sceptizismum [...] gar Atheismum« zu warnen. Vielmehr wollte Herrnschmidt ihnen als Vermittler nicht nur Wissen für den naturwissenschaftlichen Unterricht an die Hand gegeben, sondern mit dem Vorwort zugleich eine Definition des rechten Verhältnisses zwischen Naturwissenschaft und Glauben aufzeigen, denn der Mensch darf in seinem begrüßenswerten Wissensdrang, so Herrnschmidt, die Unermesslichkeit Gottes und seiner Schöpfung keinesfalls aus den Augen verlieren.
Dieses hochinteressante zeitgenössische Dokument liegt nun erstmals transkribiert sowie mit einer Einführung und Anmerkungen versehen für den interessierten Leser, die interessierte Leserin vor.
Johann Daniel Herrnschmidt (1675–1723) enrolled at the University of Halle in October 1698, having already begun studying philosophy and theology at the University of Altdorf three years earlier. In the same year, he became a tutor at the Pädagogium der Glauchaschen Anstalten. He remained associated with the institution, although between 1702 and 1716 he worked first in Bopfingen, then in Idstein as assistant to the pastor and, from 1712, finally as superintendent, church councillor and court preacher. In 1716, Herrnschmidt returned to Halle, where he became deputy director of the orphanage and professor at the Faculty of Theology at the University of Halle. In 1718, he also became rector of the Latin school of the Glauchaschen Anstalten.
In addition to imparting specific knowledge to his students, Herrnschmidt was keen not to lose sight of the immensity of God and his creation. For this reason, he prefaced the natural history textbook by his colleague Johann Georg Hoffmann (1672–1730), senior inspector of the German School in the institutions, with this almost 70-page ‘preface’ addressed to teachers, warning them against ‘scepticism [...] and even atheism’. As a mediator, Herrnschmidt wanted not only to provide them with knowledge for teaching natural sciences, but also to use the preface to define the proper relationship between science and faith, because, according to Herrnschmidt, humans must not lose sight of the immensity of God and his creation in their welcome thirst for knowledge. This highly interesting contemporary document has now been transcribed for the first time and is available to interested readers, complete with an introduction and annotations.
This book is published in German.
