Speise=Ordnung im Waӱsenhauße zu Halle. 1702

August Hermann Francke. Intorduction of Thomas Müller-Bahlke

Release date: 08.2011

Place of publication: Halle

Total pages: 24 p.

ISBN: 978-3-939922-29-2

Kleine Texte (Heft 14)
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2,00 €

Der Nukleus der gesamten Schulstadt August Hermann Franckes (1663–1727) beruhte strukturell auf drei Säulen: den Schulanstalten, den Internaten und der Essensversorgung. Letztere war durch sogenannte Freitische organisiert, deren Grundidee es war, die Essensversorgung nicht nur als bloßes Almosen für Bedürftige anzusehen, sondern auch als integralen Bestandteil in Franckes gesamtes Erziehungs- und Bildungskonzept einzugliedern. Die hier veröffentlichte Speiseordnung stammt aus dem Jahre 1702 und ist von August Hermann Francke persönlich abgezeichnet. Der Leser erhält einen Einblick in die Ernährungsgewohnheiten der damaligen Zeit und in die überraschende Vielfalt der verwendeten Nahrungsmittel. Die Schrift macht die grundlegenden Überlegungen und die organisatorischen Einzelheiten der Essensversorgung sehr gut deutlich. Das Freitischwesen unterlag strengen Regeln, die in detailreichen Ordnungen festgeschrieben waren. Die Regelungen reichen von der Anzahl der täglichen Mahlzeiten bis zur genauen Speisefolge. Doch vor allem ging es Francke um Manieren und Disziplin, gleichzeitig wurden die Mahlzeiten auch für Bildungszwecke genutzt und um den Zöglingen gewisse Grundtugenden wie Pünktlichkeit, Mäßigung oder Reinheit nahezubringen.

The nucleus of August Hermann Francke's (1663–1727) entire school town was structurally based on three pillars: the educational institutions, the boarding schools and the provision of meals. The latter was organised through so-called free tables, the basic idea of which was to view food provision not merely as charity for the needy, but also as an integral part of Francke's overall educational concept. The menu published here dates from 1702 and is signed by August Hermann Francke himself. It gives the reader an insight into the eating habits of the time and the surprising variety of foods used. The document clearly illustrates the fundamental considerations and organisational details of the provision of meals. The free table system was subject to strict rules, which were laid down in detailed regulations. The regulations ranged from the number of daily meals to the exact order of dishes. Above all, however, Francke was concerned with manners and discipline. At the same time, meals were also used for educational purposes and to teach the pupils certain basic virtues such as punctuality, moderation and cleanliness.

This book is published in German.