Historische = Nachricht a Von dem Anfange und entstehung der Waßerleitung
b Von der Continuation des selbigen und c Von der gäntzlichen Vollendung des selbigen

Release date: 05.2021
Place of publication: Halle
Total pages: 24 p., 1 site plan attached
ISBN: 978-3-939922-68-1
Kleine Texte (Heft 19)
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3,50 €
Die Wasserversorgung in den Franckeschen Stiftungen war von Beginn an ein wichtiges Thema für die stetig wachsenden Schul- und Bildungsanstalten August Hermann Franckes (1663–1727). Es wurde nicht nur reines Trinkwasser benötigt, sondern auch Wasser zum Brauen und für die Essenszubereitung, aber auch für die Körperhygiene der Kinder und Angestellten, für die Wäsche, zum Reinigen der Gebäude und nicht zuletzt auch für die Versorgung der Tiere. Welche immensen Anforderungen damit an die vormoderne Wasserversorgung gestellt waren, wird angesichts des Umstandes, dass in Franckes Todesjahr allein 1.725 Kinder im Waisenhaus und den Schulen der Anstalten gezählt wurden, deutlich. Wurde zu Beginn unter enormen logistischem Aufwand und sehr hohen Kosten das Wasser noch aus der Saale in die Anstalten transportiert, wurde die Notwendigkeit einer eigenen Wasserversorgung zunehmend dringlicher, da neben Kosten und Aufwand auch die Wasserqualität der Saale minderwertig war.
Eine eigenständige Lösung zeichnete sich durch die Erschließung einer eigenen Quelle südlich des Stiftungsgeländes ab. Die hier edierte Akte aus dem Archiv der Franckeschen Stiftungen gibt Aufschluss über die Notwendigkeiten einer eigenen Wasserversorgung sowie über die Einrichtung des erforderlichen Stollen- und Röhrensystems und über die Maßnahmen, die zum Erhalt und Unterhalt eines solch komplexen Baues aufgebracht werden mussten. Die »General-Charte von der gantzen Wasserleitung des Waysenhauses« liegt dieser Schrift als ausklappbarer Plan bei und zeugt von dieser bemerkenswerten Ingenieursleistung der Frühen Neuzeit.
From the outset, water supply was an important issue for August Hermann Francke's (1663–1727) ever-growing schools and educational institutions. Not only was pure drinking water needed, but also water for brewing and food preparation, as well as for the personal hygiene of the children and employees, for laundry, for cleaning the buildings and, last but not least, for feeding the animals. The immense demands this placed on the pre-modern water supply system become clear when one considers that in the year of Francke's death, there were 1,725 children in the orphanage and schools of the institutions. While at the beginning, water was still transported from the Saale River to the institutions at enormous logistical effort and very high cost, the need for a separate water supply became increasingly urgent, as not only were the costs and effort involved high, but the water quality of the Saale was also poor.
An independent solution emerged with the development of a separate source south of the foundation's grounds. The file from the Francke Foundations archive edited here provides information about the necessity of having a separate water supply, the installation of the necessary tunnel and pipe system, and the measures that had to be taken to maintain and preserve such a complex structure. The ›General Charter of the Entire Water Pipeline of the Orphanage‹ is included in this document as a fold-out plan and bears witness to this remarkable feat of engineering in the early modern period.
This book is published in German.
